Warum Auslandstierschutz?

Auch der TSV Iserlohn hilft Tieren aus dem Ausland.
Haben wir ein wenig Platz helfen wir gerne den Tieren, die ohne uns dem Tode geweiht wären. Auch wenn man es kaum glauben kann, ohne uns würden diese Tiere eingeschläfert. Die Masse an Hunden dort ist einfach zu groß und da immer wieder Tiere nachrücken bleibt den Menschen dort nichts anderes übrig. Teilweise ist es ihnen von den Ordnungsbehörden untersagt kastrierte Tiere wieder auszuwildern, da es nun mal Fundtiere sind die ins Tierheim gehören (wie bei uns!). Die einzige Alternative zur Tötung ist dann der Export, da vor Ort höchstens Welpen vermittelt werden. Kleine Hunde sind bei uns oft Mangelware und so schlagen wir "2 Fliegen mit einer Klappe". Einerseits wird ein Hundeleben gerettet und eine Familie gewinnt einen tollen, neuen Gefährten.

Die ausländischen Hunde sind oft sehr beliebt aufgrund ihres guten Sozialverhaltens, Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Den vielen Kritikern, die immer wieder sagen unsere Tierheime seien doch schon so voll, sei gesagt: Solange in Nord-und Mitteleuropa noch so viele Hunde gezüchtet werden, ist wohl nichts dagegen einzuwenden noch Hunde aus dem Ausland einzuführen, die sonst sterben würden. Letztendlich kann man diese Menschen aber meist nicht belehren. Wir nehmen die viele Arbeit und Mühe gerne auf uns, um diese Tiere zu retten.

Grundsätzlich arbeiten wir nur mit Vereinen im Ausland zusammen zu denen wir persönliche Verbindungen haben und bei denen wir wissen wie sie arbeiten. D.h., verlässliche Organsiation, Kastrationen vor Ort, etc...

Reisekrankheiten


Hunde können die sogenannten „Reise- oder Mittelmeerkrankheiten“ aus den Mittelmeerregionen nach Deutschland mitbringen, besonders wenn vorbeugend keine Prophylaxe betrieben wurde. Unsere Tiere werden nur im Bedarfsfall und nicht grundsätzlich standardmäßig vor der Einreise nach Deutschland auf sog. Mittelmeerkrankheiten untersucht. Aufgrund der Inkubationszeiten ist es sinnvoller die Tiere hier zu testen, wenn sie einige Monate im Land sind. Eine Erkrankung ist aber heute kein "Beinbruch" mehr und meist sehr gut behandelbar. Sie melden sich selbstverständlich bei uns, wenn so etwas festgestellt werden sollte. Wir lassen Sie nicht im Regen stehen und finden eine Lösung.

Wie können die Erkrankungen nachgewiesen werden?

  1. als Erregernachweis z.B. von Filarien und Babesien bei starkem Befall direkt im Blutausstrich und auch weiterhin durch molekularbiologische Nachweisverfahren (DNA des Erregers). Bei niedriger Anzahl des Erregers kann die Untersuchung jedoch auch falsch negative Ergebnisse liefern.

  2. durch die Antikörperbestimmung nach einer Infektion. Die Antikörper sind jedoch erst einige Wochen nach erfolgter Infektion im Blut nachweisbar. Ein positiver Befund heißt nicht zwangsläufig das der Hund erkrankt ist. Die Bedeutung des Befundes und das weitere Vorgehen wird im Einzelfall mit dem Tierarzt besprochen.

Hepatozoonose

Die Heptozoonose des Hundes wird von dem Erreger Hepatozoon canis hervorgerufen. Dieser Parasit gehört zu den Coccidien (parasitäre Einzeller) und wird durch Verschlucken/Zerkauen von infizierten Zecken (braune Hundezecke „Rhipicephalus sanguineus“, evtl. auch Igelzecke „Ixodes hexagonus“) übertragen. Auch kann die Übertragung schon diaplazentar von der Mutter während der Trächtigkeit auf ihre Welpen übertragen worden sein (Zuchtausschluss infizierter Hündinnen!). Eine Übertragung durch Fuchskontakt (Fuchs-Aas) wird vermutet.

Hepatozoen bohren sich durch die Darmwand in verschiedene Organe (vor allem Milz und Lymphknoten, Knochenmark) und befallen Endothelzellen und weiße Blutkörperchen (Leukozyten).

Der Erreger stammt ursprünglich aus Afrika und wurde über die Hafenstädte nach Europa transportiert. Mittlerweile wandert er in Füchsen stetig weiter in den Norden oder wird durch nach Deutschland importierte Träger-Hunde mitgebracht.

Symptome treten nicht immer auf und sind eher untypisch. Daher wird eine Heptozoonose oft nur zufällig in der Routine-Blutuntersuchung entdeckt. Akute Symptome einer ausgebrochenen Hepatozoonose sind Fieber, geschwollene Lymphknoten, Nasen- und Augenausfluss, Durchfall (häufig blutig) und Erbrechen, Muskelschmerzen/-entzündung (vor allem in der Lendenregion) (CK und AP erhöht) mit Gangsteifheit und neurologische Symptome. Die Symptome können jedoch auch zyklisch auftreten, dann auch mit Blutarmut (HKT und Erys erniedrigt) und Abmagerung. Spätfolgen können Nierenschäden durch die Bildung von Immunkomplexen sein.

Die meisten Hunde sind asymptomatisch und benötigen keine Behandlung.

Eine Erregereliminierende Therapie ist nach heutigem Stand nicht möglich. Es wird je nach Krankheitsbild symptomatisch behandelt ( Imidocarb (Spätphase), Toltrazuril (Frühpase), Sulfonamid-Trimetoprim, Clindamycin und Antiphlogistika. Die meisten Hunde sind jedoch asymptomatisch und benötigen keine Behandlung. Eine Infektionsgefahr für den Menschen besteht nicht (es ist keine Zoonose). Bei Hepatozoon positiv getesteten klinisch gesunden Hunden ist es wichtig, dass sie gesund und möglichst stressfrei leben. Einige Medikamente können sich negativ auswirken, wie zum Beispiel Cortisonpräparate, da diese das Immunsystem schwächen. „Strenge Nutzen-Risiko-Abwägung“. In jedem Fall ist die Beratung durch einen Tierarzt sinnvoll.

Die wichtigste Vorbeugung ist eine Zeckenprophylaxe, vor allem auch von symptomlosen Trägertieren damit keine Übertragung auf erregerfreie Tiere erfolgen kann.

Achtung: Aufgrund des für Coccidien-typischen Entwicklungszyklus und des Jahreszeitabhängigen Auftretens ist Hepatozoon canis im Dezember und Januar häufig via PCR nicht nachweisbar.

 

 

Babesiose (Hundemalaria)

Die Babesiose des Hundes wird von dem Erreger Babesia canis, B. vogeli und B. annae hervorgerufen. Dieser Parasit ist ebenfalls ein Protozoon (Einzeller) und wird von infizierten Zecken (braune Hundezecke „Rhipicephalus sanguineus“ und Auwald- oder Buntzecke „Dermacentor reticularis“) beim Blutsaugen (beginnend nach 12 h nach Anheften der Zecke) übertragen. Ähnlich wie bei der Malaria des Menschen vermehren sich die Babesien in den roten Blutkörperchen und zerstören sie. Auch eine Übertragung durch Bluttransfusionen ist möglich. Die Babesiose kommt in allen europäisch-mediterranen Ländern vor, mittlerweile können sich aber auch Hunde durch die Ausbreitung der Zecken in den Norden in Deutschland und Niederlande über einen Zeckenbiss infizieren. Etwa 1-3 Wochen nach einem infektiösen Zeckenbiss setzt hohes Fieber ein und kann in der akuten Phase unbehandelt zum Tod führen. Weitere Symptome sind Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Gewichtsverlust, Anämie und Gelbsucht mit dunkel-braunem Urinabsatz. Durch die Entzündungen und Zerstörungen der Blutzellen kommt es meist zu Leber- und Milzvergrößerungen, Thrombozytopenien, Blutgerinnungsstörungen und Schleimhautblutungen. Epilepsieähnliche Symptome und Lähmungen sind möglich. Bei Hunden die die Krankheit überstanden haben oder einen milderen chronischen Verlauf durchgemacht haben, hat der Erreger sich mit dem Hund arrangiert und der betroffene Hund bleibt nun eine lebenslange Infektionsquelle. Eine vollständige Beseitigung des Erregers durch das Immunsystem des Hundes findet nicht statt. Daher sollten auch unbedingt symptomfreie Trägertiere erkannt und behandelt werden. In den klassischen Naturherden sind die Jungtiere meist durch Antikörper in der Muttermilch geschützt und werde zu immunen Überträgern. Hier dominiert der chronische oder subklinische Krankheitsverlauf. Die Diagnose wird durch direkten Erregernachweis im Blutausstrich (7 Tage nach Infektion, ggf. nur intermittierend) gestellt, PCR-Nachweis der DNA des Erregers (ab 3-5 Tage nach der Infektion, aber auch falsch-negativ möglich) oder später (ab 14 Tagen) über vorhandene Antikörper-Titer. Die Therapie wird vom Tierarzt durch die Injektion eines Medikaments im 14-Tage Abstand injiziert. Keine der oben genannten Babesien-Arten stellt eine Gefahr für den Menschen dar.n- und Augenausfluss, Durchfall (häufig blutig) und Erbrechen, Muskelschmerzen/-entzündung (vor allem in der Lendenregion) (CK und AP erhöht) mit Gangsteifheit und neurologische Symptome. Die Symptome können jedoch auch zyklisch auftreten, dann auch mit Blutarmut (HKT und Erys erniedrigt) und Abmagerung. Spätfolgen können Nierenschäden durch die Bildung von Immunkomplexen sein.

Die meisten Hunde sind asymptomatisch und benötigen keine Behandlung.

Eine Erregereliminierende Therapie ist nach heutigem Stand nicht möglich. Es wird je nach Krankheitsbild symptomatisch behandelt ( Imidocarb (Spätphase), Toltrazuril (Frühpase), Sulfonamid-Trimetoprim, Clindamycin und Antiphlogistika. Die meisten Hunde sind jedoch asymptomatisch und benötigen keine Behandlung. Eine Infektionsgefahr für den Menschen besteht nicht (es ist keine Zoonose). Bei Hepatozoon positiv getesteten klinisch gesunden Hunden ist es wichtig, dass sie gesund und möglichst stressfrei leben. Einige Medikamente können sich negativ auswirken, wie zum Beispiel Cortisonpräparate, da diese das Immunsystem schwächen. „Strenge Nutzen-Risiko-Abwägung“. In jedem Fall ist die Beratung durch einen Tierarzt sinnvoll.

Die wichtigste Vorbeugung ist eine Zeckenprophylaxe, vor allem auch von symptomlosen Trägertieren damit keine Übertragung auf erregerfreie Tiere erfolgen kann.

Achtung: Aufgrund des für Coccidien-typischen Entwicklungszyklus und des Jahreszeitabhängigen Auftretens ist Hepatozoon canis im Dezember und Januar häufig via PCR nicht nachweisbar.

Leishmaniose

Leishmanien (Leishmania infantum) sind ebenfalls Protozoen (Einzeller) und somit Parasiten. Sie werden von Sandmücken (so genannt nicht wegen ihres Lebensraumes sondern der sandfarbenen Körperfarbe) beim Saugakt übertragen. Die Mücken halten sich vor allem in feuchten Gebieten im Hinterland auf und begeben sich nur nachts auf die Suche nach Blut. Der Prozentsatz der infizierten Hunde ist vor allem im mediterranen Raum sehr hoch, mittlerweile wurden die Sandmücken jedoch auch schon in Deutschland vorgefunden. Die Leishmanien vermehren sich in den weißen Blutkörperchen, hauptsächlich im Knochenmark und Lymphknoten und schädigen innere Organe wie Leber, Milz und Niere (Glomerulonephritis, Milz- und Lymphknotenvergrößerung). Die Symptome der Leishmaniose sind sehr variabel; Abmagerung, Schwäche, Durchfall, Erbrechen, Haarausfall, Brillenbildung, Uveitis, vermehrtes Krallenwachstum und schuppig-krustige Ekzeme vor allem an Kopf, Ohren und Nase. Die Leishmaniose ist eine Zoonose und kann durch den Stich von Sandmücken auch auf den Menschen übertragen werden. Zu Krankheitsbildern kommt es jedoch meist nur bei bestehender Immunschwäche. Kontakt mit Leishmaniose-positiven Hunden mit offenen Ekzemen sollte von gefährdeten Gruppen vermieden werden, da sich im Wundsekret infizierte weiße Blutkörperchen befinden könnten. Eine direkte Übertragung von Hund auf den Menschen ist bisher in Deutschland nicht dokumentiert. Eine Übertragung durch Hundespeichel ist ausgeschlossen. Die Übertragung unter Hunden kann auch diaplazentar erfolgen (während der Trächtigkeit von der Mutter auf die Welpen), über den Deckakt oder über eine Bluttransfusion. Die Diagnose bei Hunden ohne Krankheitssymptome wird über den AK-Titer im Blut bestimmt (frühestens 8 Wo. nach dem Eintreffen des Hundes in Deutschland). Bei Hunden mit Symptomen sollte der AK-Titer festgestellt werden, aber auch weitere Blut- und Harnuntersuchungen vorgenommen werden bis hin zum direktem Erregernachweis in Lymphknoten-, Knochenmark- und/oder Hautbiopsien. Die akute klinische Leishmaniose kann auch erst viele Jahre nach dem Import nach Deutschland auftreten, ein Nachweis ist daher sinnvoll bevor Symptome auftreten um der Erkrankung entgegen zu wirken. Eine Behandlung der klinischen Leishmaniose ist möglich, jedoch keine Heilung und keine Erregereliminierung. Ein Leishmaniose-Patient gilt also als chron. krank und es sind regelmäßige Untersuchungen (Blutbild und Harnuntersuchung, Eiweißelektrophorese alle 3 Monate, bei unkompliziertem Verlauf alle 6 Monate) nötig, damit der Tierarzt gezielt entscheiden kann, ob eine Anpassung der Medikamente nötig ist. Hunde mit niedrigem Infektionstiter können ein symptomfreies Leben führen. Medikamente die zum Einsatz kommen sind entweder Leishmanistatika (auf das Wachstum hemmenden Einfluss; Allopurinol und gleichzeitig purinarme Ernährung), Immunmodulatoren (beeinflussen das Immunsystem in Richtung zellulärer Immunreaktion), Leishmanizide (abtötende Wirkung). Außerdem ist eine Nutzen-Risiko-Abwägung wichtig bei dem Einsatz von Cortison und Impfungen, die die humorale Immunreaktion aktivieren und einen Schub hervorrufen können. Prophylaxe: in Risikogebieten Stechmückenrepellierende Präparate einsetzen, dämmerungsaktive Zeiten meiden, Zuchtausschluss infizierter Hunde

Herzwurmerkrankung
(kardiovaskuläre Dirofilariose)

Die Larven (L3) der Rundwürmer von Dirofilaria immitis werden von Stechmücken (60 verschiedene Arten) während des Stichs ins Bindegewebe übertragen. Nach einer etwa 6 Monate langen Körperwanderung erreichen sie als Makrofilarien (erwachsene Würmer, Lebensdauer ca. 7 Jahre) die Lungenarterien und das Herz wo sie dann erneut Mikrofilarien (L1) entlassen. Mit diesen können sich dann die Überträger beim Blutsaugen erneut infizieren. In den Stechmücken entwickelt sich dann das 2. und 3. Larvenstadium. Endwirt und Erregerreservoir ist der Hund, aber auch andere Säugetiere wie Fuchs und Katze, sehr selten auch der (immungeschwächte) Mensch. Die geographische Verbreitung dieses Parasiten erstreckt sich über den gesamten Mittelmeerraum bis in die Südschweiz. Aufgrund der Veränderung der klimatischen Bedingungen ist eine weitere Ausbreitung nicht auszuschließen. Häufig verläuft die Erkrankung vollkommen ohne klinische Symptome, diese Hunde sind jedoch Überträgertiere. Bei schwerem Befall, abhängig von der Anzahl der adulten Würmer und ihrer Lokalisation, kann es zu Schwäche, Gewichtsverlust, Husten bis hin zu Atemnot und Cor pulmonale kommen. Die Diagnose wird über einen direkten Erregernachweis (Mikrofilarien-AG, Knott-Test) im Blut (Blutabnahme abends zw. 18 und 20 Uhr) gestellt oder einen indirekten Erregernachweis, welcher Proteine nachweist die von adulten Herzwurmweibchen ins Blut gelangen. Bei Letzterem ist ein Ergebnis erst 5-6 Monate nach Infektion zu erwarten (Entwicklung adulter Weibchen). Eine Dichtebestimmung von Filarien ist sinnvoll, da es bei einer hohen Filariendichte während der Therapie zu Thromboembolien kommen kann. Eine Mikrofilarien-Typisierung ist dann notwendig, wenn Mikrofilarien gefunden wurden, die Filarienart jedoch noch zugeordnet werden muss. Wichtig ist die Stellung der Diagnose auch bei symptomfreien Tieren damit sie erkannt und therapiert werden können und somit kein Erregerreservoir mehr darstellen. Prophylaxe und Therapie von Mikrofilarien ist ein spot-on Präparat 1 x /Monat über 10 Monate, zu Beginn kombiniert mit einem Antibiotikum. Die Behandlung adulter Würmer ist aufwendig und risikoreich. Der Tierarzt wird die möglichen und jeweils nötigen Behandlungswege besprechen und entscheiden (bis hin zu einer nötigen chirurgischen Entfernung adulter Würmer) und individuell auf den Hund und die Schwere des Befalls abstimmen. Zur Prophylaxe gegen Stechmücken gibt es geeignete repellierende Präparate.

Hautwurmerkrankung
(kutane Dirofilariose)

Die Filarienart Dirofilaria repens wird ebenfalls von zahlreichen verschiedenen Stechmücken übertragen. Diese Filarienart lebt nur im subcutanen Bindegewebe, hat eine Lebensdauer bis zu 5 Jahren und die Endwirte sind ebenfalls Hund, Katze, Wildcarnivore und in diesem Fall auch der Mensch (humanpathogen). Dirofilaria repens ist ebenso wie Dirofilaria immitis im ganzen Mittelmeerraum verbreitet, mittlerweile aber auch zunehmend in den osteuropäischen Ländern und in Süddeutschland zu finden. Die klinischen Symptome werden von der Lokalisation bestimmt. Es fallen schmerzlose, subcutane Knoten in der Haut auf, die von Adultwürmern verursacht werden. Die Knoten können vorübergehend auftreten, denn die Würmer wandern durch das subcutane Bindegewebe. Während der Wanderung von adulten Würmern kann es auch zu juckenden Hautreaktionen kommen. Die Diagnose erfolgt über eine Mikrofilarien-AG-Untersuchung im Blut mit nachfolgender Typisierung. Die Therapie erfolgt mittels spot-on-Präparaten wie Advocate für 6-9 Monate.

Ehrlichiose
(canine monozytäre Ehrlichiose)

Ehrlichia canis ist ein zu der Gruppe der Rickettsien gehörendes Bakterium, welches von der braunen Hundezecke („Rhipicephalus sanguineus“) übertragen wird (ab 3 Stunden nach Beginn des Saugaktes). Diese Bakterien befallen die weißen Blutkörperchen (Monozyten), vermehren sich darin und schädigen das Immunsystem schwer. Die Verbreitung der Erkrankung kommt vor allem dort vor wo diese Zeckenart anzutreffen ist, also in den tropischen, subtropischen Regionen und Südeuropa. Die Symptome der akuten Ehrlichiose sind zu Beginn Mattigkeit, Leistungsschwäche, häufig gefolgt von hohem Fieber, Lymphknotenschwellung, Blutungsneigungen mit Blut im Kot und Urin, Nasenbluten (Leitsymptom), Blutergüssen in den Gelenken, Polyarthritis und Augenveränderungen bis zur Blindheit und ZNS-Symptomen. Die Erreger besiedeln das Monozyten-Makrophagen-System von Milz und Lymphknoten und besetzen die Gefäßendothelien und bewirken dadurch eine Vaskulitis mit Blutungen. Die chron. Ehrlichiose („silent killer“) kann zu Knochenmarksdepression und infolge Immunkomplexbildungen zur Niereninsuffizienz führen. Die Ehrlichiose des Hundes ist keine Zoonose. Die Diagnose wird durch direkten Erregernachweis im Blutausstrich (Morulae in den Blutzellen, nur in der akuten Phase), positiven PCR-Nachweis der DNA des Erregers (aber auch falsch-negativ möglich, nur 2 x negativ ist beweisend) oder später (frühestens nach 7-28 Tagen) über vorhandene Antikörper-Titer (IFAT) gestellt. Im akuten Krankheitsfall ist eine fieberhafte Thrombozytopenie mit nicht regenerativer Anämie verdächtig, dazu können zahlreiche weitere Laborveränderungen kommen. Die Therapie der Ehrlichiose erfolgt mittels eines Antibiotikums (Doxycyclin 10 mg/kg auf 2 x verteilt) über 21-28 Tage, kombiniert mit einem Magenschutz, bei häufigen Co-Infektionen mit Babesien zusätzlich eine Behandlung mit Imidocarb (s. dort). Eine Erregerelimination ist meist nicht vollständig möglich, die Erreger können sich in Milz und Knochenmark zurückziehen. Eine Kontrolle der PCR (sollte 2-3 Wochen nach Therapieende negativ sein), eine Kontrolle des Antikörper-Titer (dieser sollte nach 6-9 Monaten abfallen) sowie Monitoring alle 6-12 Monate mit Blutbild, Eiweißelektrophorese und Urinuntersuchung wird daher empfohlen.

Anaplasmose (a. granulozytäre Ehrlchiose, b. zyklische thrombozytäre Anaplasmose)

Die Anaplasmose ist eine Infektion die durch Anaplasma phagozytophilum (früher Ehrlichia phagozytophila) und Anaplasma platys hervorgerufen wird. Erstere kommen weltweit vor, die Zweiteren aufgrund des Verbreitungsgrades ihres Wirtes eher in den südlichen Ländern Europas. Beides sind Bakterien der Gruppe Rickettsien und werden im Fall von A. phagozytophilum vom Holzbock („Ixodes ricinus“) und im Fall von A. platys von der braunen Hundezecke („Rhipicephalus sanguineus“) übertragen. Die Übertragung auf den Hund erfolgt ca. 36-48 h nach dem Zeckenbiss. Dort gelangen die A. phagozytophilum-Bakterien in die neutrophilen, seltener auch eosinophilen, Granulozyten wo sie durch Zweiteilung die typischen Morulae (wie auch die Ehrlichien) bilden und nach Zerstörung der Blutzellen freigesetzt werden. Die A. platys befallen die Blutplättchen (Thrombozyten). Über das Blut und die Lymphe gelangen die Anaplasmen in andere Organe. Die meisten Infektionen beim Hund verlaufen subklinisch und sind weniger dramatisch wie bei der Ehrlichiose. Symptome sind Abgeschlagenheit, Fieber, Fressunlust, aber auch Lahmheiten mit Polyarthritis, vergrößerte Lymphknoten, Milzvergrößerung, Blutungen. Typische Laborveränderungen sind Thrombozytopenien. Von Anaplasma platys geht keine Gefahr für den Menschen aus. Die Infektion mit Anaplasma phagozytophilum ist beim Menschen bekannt. Die Übertragung von Hund auf Mensch ist jedoch sehr unwahrscheinlich, sondern bedingt durch einen Zeckenstich. Die Diagnose der Anaplasmose wird durch direkten Erregernachweis im Blutausstrich (Morulae in den Blutzellen, nur in der akuten Phase), positiven PCR-Nachweis der DNA des Erregers (aber auch falsch-negativ möglich, nur 2 x negativ ist beweisend) oder später (frühestens nach 7-28 Tagen) über vorhandene Antikörper-Titer (IFAT) gestellt. Die Therapie der Anaplasmose erfolgt mittels eines Antibiotikums (Doxycyclin 10 mg/kg auf 2 x verteilt) über 21-28 Tage, kombiniert mit einem Magenschutz. Zur Kontrolle der Wirksamkeit der Therapie kann eine PCR (sollte 2-3 Wochen nach Therapieende negativ sein) durchgeführt werden, eine Kontrolle des Antikörper-Titer eignet sich nicht da Antikörper auch noch nach 12 Monaten nachweisbar sein können.

Rickettsiose

Bei der Rickettsiose handelt es sich um eine Infektionskrankheit die ebenfalls von Bakterien der Gattung Rickettsia hervorgerufen werden. Rickettsia conorii wird von der braune Hundezecke („Rhipicephalus sanguineus“) und Rickesttsia felis wird von Flöhen übertragen. Die Übertragung der Rickettsien erfolgt ab 24 h nach Beginn des Saugaktes, die Verbreitung dieser Erkrankung ist weltweit.

Die Symptome der Rickettsiose verläuft beim Hund meist subklinisch oder mild. Teilweise treten flächige Hautveränderungen mit Pusteln auf, schwerwiegendere Symptome meist nur in Verbindung mit Co-Infektionen. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Rickettsiose Folgen haben.

Die Diagnose wird über den Nachweis von Antikörpern per IFAT gestellt.

Die Therapie entspricht der der Anaplasmose/Ehrlichiose.

Als Prävention gegen alle Rickettsien-Arten ist der Einsatz einer geeigneten Zeckenprophylaxe angeraten.

(Text: Dr. vet. Michaela Hümmelchen, nach verschieden Quellen u.a. parasitus ex)

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